A Taste Of Fire

Idee & Ursprung

„A Taste Of Fire“ sollte in erster Linie die unbändige Energie eines Drogenrausches mit all ihren Höhen und Tiefen vertonen. Inhaltlich ist dieses Lied sehr dicht und repräsentiert in gewisser Weise den Höhepunkt von „Ecstasy of Souls“. In diesem Lied gibt es auch zum ersten Mal eine Art Wechselspiel zwischen den beiden Gesangsteilen, was insbesondere vor dem Hintergrund der immer dichter werdenden Geschichte auch in den späteren Kompositionen eine zunehmend wichtige Rolle spielen wird.

Der „Geschmack des Feuers“ bezieht sich somit auf die spirituelle Erweiterung des Bewusstseins durch die Einnahme von Drogen. Basierend auf dem Wort „Spirit“ kann man natürlich Begriffe wie Geist, Spirituose, Alkohol, Erleuchtung und natürlich Rausch ableiten. Der Rausch ist jedoch nicht negativ oder positiv zu bewerten, sondern dient zuvorderst der Erkenntnis, was sowohl helle als auch dunkle Seiten verursachen kann. Mir gefällt zudem der Gedanke, dass es eine Art Dämon gibt, der einem die Drogen und damit die Erkenntnis schmackhaft machen will, auch wenn das natürlich irgendwie altertümlich anmutet.

Die Strophen („“sunset behind horizon …”) repräsentieren jeweils den Moment des unmittelbaren Rausch-Erlebnisses. Im Refrain hingegen („worlds collide and stars fade out …“) tritt die Ernüchterung (Erkenntnis) ein, der Moment, in dem der Kopf brummt, aber der Geist klar ist und der Dämon schaut von außen mit einem Lächeln zu. Das Tempo wird hier bewusst reduziert, damit der schwelgerische Aspekt noch deutlicher wird. Die Veränderung und das Wissen, das der Protagonist erlebt, spiegeln sich auch in der Einleitung der beiden Refrains wider, wenn man genau hinhört. Das erste Mal noch beschwingt und optimistisch, das zweite Mal ist die Dramatik deutlich höher und das nahende Unheil wird bereits vorausgeahnt.

Die große Unruhe und die teilweise sich überschlagenden Riffs sind insgesamt wichtige Elemente für die Chrakteristik dieses Songs und das kurze Ambient-Intermezzo in der Mitte des Songs, nach dem es wieder von vorne zu beginnen scheint, nur irgendwie unruhiger, tun ihr übriges. Zu diesem Zeitpunkt könnte eine theoretische Kehrtwende eintreten, da im vorherigen Refrain der der Erkenntnismoment so stark war, dass die Abkehr vom Dämon einleuchtend erscheint. Aber da der Geist zu schwach ist bzw. das Feuer so stark brennt, geht die unheilvolle Reise und damit natürlich auch das Lied weiter. Das abgewandelte Intro, das diesmal in einer modifizierten, irgendwie gehetzteren Form erscheint, und die nachfolgende zweite Strophe symbolisieren genau diesen Teufelskreis. In einem stark gedrosseltem Tempo und nur noch sanften Tönen glimmt das Feuer am Ende nur noch einmal kurz auf und der Rausch ist vorbei. Hat der Dämon am Ende tatsächlich gewonnen oder war es doch eher ein Engel, der (wieder) das Schicksal von Oddward in eine neue Richtung gelenkt hat?

when you light up the fire of truth
you will taste me and then I’ll burn you too

Songtext


A Taste Of Fire

sunset behind horizon
lights like a tempting
sign from above and now
rays fall from heaven and I
feel everything is closer now
stars fill my heart with laughter
wine tastes like fire
filling my veins and soul
Lust is the only thing I feel right now

come and feel me
come and taste me
feel everything I am
fire burns within

worlds collide and stars fade out
and the flames they are far away right now
I feel so cold
sun comes up
a hammering beat
is lurking in my head
and in my dreams
echoing the sweetest tunes
and the taste of sin
that I never will forget

smoke is revealing darkness
lips are on fire, kissing me endlessly
blood feels like poison running
down to the bottom of my soul
gates are about to open
storm drawing nearer,
bringing the walls to fall
heat is the only thing I feel right now

take my hand I’m with you
let go and rise high above the sky
golden is the essence
that I will show you
when you light up the fire of truth
you will taste me and then I’ll burn you too